Decke abhängen: Das ist zu beachten

Liebe Selbermacher/innen,

heute gibt's ein paar Tipps, 
die Euch beim Montieren einer abgehängten Decke helfen können.
Meist werden Deckenverkleidungen aus ästhetischen Gründen 
montiert, da sie einen Raum niedriger und behaglicher 
wirken lassen können.
Doch auch in technischer Hinsicht 
kann eine abgehängte Decke interessant sein.
Wenn die Raumhöhe durch eine Zwischendecke verkleinert wird 
und diese gut gedämmt ist, 
spart eine abgehängte Decke einiges an Heizkosten.
Neben der Wärme isolierenden Wirkung können Schallschutz- 
oder Akustikdecken auch Ärger mit dem Nachbarn vermeiden.


Die Deckenkonstruktion des Grauens...

Die Idee, diesen Post zu schreiben, kam mir,
als ich neulich eine, wegen eines Wasserschadens
geöffnete, abgehängte Decke bestaunen durfte.
Der Erbauer hatte offenbar entweder
so was von gar keine Ahnung, was er da tut,
oder aber er wollte die Grenzen des Möglichen austesten .
Die abgehängte Paneeldecke
hing an einer Unterkonstruktion aus Dachlatten,
die einfach unter die vorher schon (schlecht) abgehängte Gipsdecke
geschraubt wurden.
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Als ich genauer hinschaute,
waren die (viel zu weit auseinander liegenden) Latten
der Unterkonstruktion auch wirklich nur  mit Holzschrauben
in die Trockenbauplatten geschraubt, ohne Dübel oder sonst was...
auch unter den Stößen der Profildecke waren keine Befestigungen
vorgesehen. dort hielt alles nur an den lose gesteckten Federn
aus 3mm Sperrholz!
Zur Krönung erfuhr ich dann, dass dieser Raum das Kinderzimmer ist.
Ich war sprachlos.
Diese Leute müssen wirklich einen starken Glauben haben:-)

Also... 

darum jetzt ein paar Tipps von mir, 

damit keiner von seiner abgehängten Decke erschlagen wird.


Wenn aus optischen Gründen eine Paneeldecke
unter eine Gipsdecke geschraubt werden soll,
ist das grundsätzlich möglich, vorrausgesetzt, 
die vorhandene Decke ist gut befestigt 
und imstande das zusätzliche Gewicht zu tragen!!
Dann muss aber die neue Unterkonstruktion unbedingt
durch die Gipsplatten an die vorhandene geschraubt werden.
Nicht nur in die Gipsplatten!!
Im Zweifel ob die Decke hält,
kann bei kleineren Räumen auch eine neue Unterkonstruktion
auf an der Wand befestigten Leisten oder Profilen befestigt werden.

Optimalerweise wird die Unterkonstruktion der 
abgehängten Decke aber entweder an der Betondecke 
oder an Tragenden Holzbalken 
und den Wänden montiert. 
Also am Baukörper an sich.

Wenn möglich,
 bietet sich bei grösseren Räumen der Aufbau eines Gerüsts an,
das erspart das dauernde Leiter-rauf-runter und ist sicherer!

Die Latten der Unterkonstruktion sollten im Abstand
von 60-70 cm (mitte-mitte) montiert werden,
damit die neue Deckenverkleidung nicht durchhängt.
Dort, wo die Paneele gestoßen wird,
sollte auch immer eine zusätzliche Lattung eingeplant werden,
diese kann Euch auch dabei helfen,
dass alle Fugen schön gerade hintereinander verlaufen.
Dafür müssen diese Latten von vornherein  gerade
und möglichst parallel  zu einer Wand im richtigen Abstand laufen.
Um eine genaue Flucht zu erreichen,
wird mit der Schlagschnur die Mitte der Latte markiert.


Um eine neue Gipsdecke zu montieren,
können Profilsysteme aus Alu oder Stahlblech viel Arbeit sparen.
Dabei gibt es dann meist auch eine ausführliche  Montageanleitung.


Als Wandabschluss bieten sich bei Paneeldecken 
entweder Deckenabschlussleisten,
oder eine Schattenfuge, die aber schon etwas mehr geschick erfordert.
Der Wandanschluss von Gipsdecken
kann entweder durch versiegeln der Anschlussfuge mit Acryl
oder mit Stuckleisten aus Styropor erfolgen.

Wenn die abgehängte Decke Wärmegedämmt werden soll,
solltet Ihr bei der Höhe der Unterkonstruktion schon mindestens
10 cm für die Dämmschicht,
die beim Anschrauben der Paneele eingelegt wird, berücksichtigen.

Bei Akustikdecken muss bereits die Unterkonstruktion
mit Schwing-Elementen ausgestattet sein, um den Schall bestmöglich
zu schlucken.
Bei der Schallschluckung wird zwischen Resonanzschallschluckern
und Porösen Schallschluckern unterschieden.
Resonanzschallschlucker sind aus biegeweichem Material,
zum Beispiel Holzwerkstoffplatten unter 16mm.
Diese wandeln auftretende Schallenergie in Bewegungsenergie um.
Poröse Schallschlucker absorbieren hingegen die auftretende Schallenergie
und wandeln sie in Wärme um.
Für die porösen Schallschlucker muss die Decklage unterbrochen sein
und mit porösen Schallschluckmaterialien hinterfüllt werden.
Ein Rieselvlies verhindert , dass das Material durchrieselt.

Noch mehr Tipps für die Wahl der richtigen Decke findet Ihr hier:
Gipskarton oder Paneeldecke?
 




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